Ein hoffnungsloser Versuch zu schreiben

Archive for the Geschichten category

Von einem der Selbstmord beginnen will

by admin on September 8th, 2008

Schon seit einer Stunde sass er nun da oben. Das sagte ihm der leise Glockenschlag aus der Ferne. Mehr als eine Stunde. Er war, und das wusste er schon lange, ein verdammter Feigling. Er war zu feige um sein Leben zu leben und nun war er zu feige um eben jenes zu beenden. Nur 30 Zentimeter trennten ihn vom sicheren Tod. Über 80 Meter geht es hier in die Tiefe. Das hat noch keiner überlebt. Klar, zu beneiden war er nicht. Seine Frau war schon eine ganze Weile weg, seine Kinder kannten ihn nicht, sein Job war der mieseste den er kannte und die dreckige Wohnung im Rotlichtmilieu der Stadt wurde mit der Zeit auch nicht besser. Und seit er wieder anfing zu rauchen, musste er sich hin und wieder zwischen einer Mahlzeit und einer Schachtel Zigaretten entscheiden. Letzteres hatte für ihn dabei oft die besseren Argumente bereit.

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Eine unendliche Geschichte

by admin on May 25th, 2008

Das ist doch mal ein interessantes Stöckchen. Wir schreiben eine unendliche Geschichte. Die Idee kommt von Tshalina. Ich hab es von Lexxa bekommen und schreibe natürlich gern weiter! Wie das ganze genau funktionieren soll, kann man bei Tshalina nachlesen.

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Martini ohne Olive

by admin on May 3rd, 2008

Einst träumte ich davon mein Leben neu zu erfinden, einfach um es etwas spannender zu machen, um interessant zu sein. Um in einer Gruppe von Zuhörern zu stehen, zu erzählen und alle würden mir gespannt zuhören, würden über meine Abenteuer aus fremden Ländern staunen. Oder vielleicht würde ich ihnen erzählen, wie ich einst als Handwerker arbeitete, gleichzeitig studierte und als ich genug von den schmutzigen Fingern hatte, als Verkäufer in einer Versicherungsagentur arbeitete. Und noch bevor ich mein Studium beenden konnte, verliebte ich mich Hals über Kopf in eine Engländerin, verliess im Alter von 22 die Schweiz überstürzt und lebte mit der vermeintlichen Frau meiner Träume ein Jahr in Manchester, bis sich die Liebe als Trug herausstellte.

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Geschichte eines wunderschönen Messers

by admin on April 17th, 2008

“…und das Messer hatte diesen wunderschönen hölzernen Griff, welcher wie für meine Hand gemacht war und es hatte kleine Verzierungen am unteren…” mir stockte kurz der Atem. Ich hatte die Geschichte schon hundert mal erzählt und sie schien mir immer wie jede andere Geschichte und jetzt plötzlich dieser komische Gedanke. War die Geschichte echt? Ich weiss nicht was da passierte. Ich war tatsächlich nicht mehr sicher, ob ich die Geschichte mit dem Messer wirklich erlebt hatte. Hatte ich es nur gehört oder hatte ich eine andere Geschichte etwas ausgeschmückt. Irgendetwas war faul an der Geschichte. Und ich dachte noch lange und oft an die komische Geschichte vom Messer. Doch bis Heute kann ich mich nicht erinnern so etwas wirklich je erlebt zu haben. Vielleicht habe ich alles nur geträumt. Wer weiss schon was in einer Kinderfantasie nicht alles entstehen kann…

Grosse Fische in kleinen Bächen

by admin on April 10th, 2008

Dies ist eine weitere Geschichte aus meiner Kindheit, welche sich im stattlichen Landhaus meines Onkels in einem kleinem Ort nahe der Stadt Belfort, in Frankreich zugetragen hat. Es muss wohl in der selben Zeit gewesen sein, wie die Geschichte der alten Frau Nauer. Wir fuhren zu jener Zeit bestimmt einmal im Jahr für einige Tage nach Belfort. In diesem Jahr wurden wir noch von unseren Bekannten, der Familie Leuenberger begleitet, deren ältester Sohn mein damals bester Freund war. Das war mir natürlich ganz recht, da ich mich normalerweise nur mit meiner Schwester oft langweilte.

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Die alte Frau Nauer

by admin on April 10th, 2008

Ich möchte euch hier eine kleine Geschichte aus meiner Kindheit erzählen. Ich erlebte diese in dem kleinen Dorf, wo ich aufgewachsen bin. Ich muss damals wohl zwischen sechs und sieben Jahre alt gewesen sein.

In der Strasse wo wir wohnten, hatte es noch einige andere Familien mit Kindern im meinem Alter. Und so ergab es sich, dass wir in den Sommermonaten täglich zusammen auf der Strasse spielten. Mal spielten wir Verstecken, mal mit Murmeln, mal Fussball oder wir machten ein Rennen mit unseren Rädern. Da es im Strasseneck etwas mehr Platz zwischen den Häusern hatte, war dies jeweils unser bevorzugter Ort für unsere Spiele. Doch genau an jenem Eck, stand das Haus der alten Frau Nauer. Und bei jedem Rufen oder Jauchzen eines der Kinder, schrie die Nauer aus dem Fenster “Jetzt ist aber mal Ruhe!” oder “Das hält man ja im Kopf nicht aus!”. Und da wir alle schreckliche Angst vor der alten Frau Nauer hatten, kam es so, dass wir dann jeweils beim spielen unterbrochen wurden und uns nach Hause verzogen.
So ging das wohl schon seit Jahren und es war für alle normal.

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